Discussion:
Registernamen und -adressen in Headern
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Philipp Klaus Krause
2018-02-08 08:23:23 UTC
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Guten Morgen,

Microcontroller haben meist viele I/O-Register, diese sind üblicherweise
im Datenblatt mit Kurznamen und (Speicher-)Adressen aufgelistet. Zur
Programmierung des Mikrocontrollers in C verwendet der Programierer
üblicherweise einen Header, in dem diese deklariert werden, also eine
Datei, die hunderte Zeilen der Art

#define UART1_SR (*(volatile uint8_t *)0x5230)
#define UART1_DR (*(volatile uint8_t *)0x5231)
#define UART1_BRR1 (*(volatile uint8_t *)0x5232)
#define UART1_BRR2 (*(volatile uint8_t *)0x5233)

enthält. Ein solcher Header wird am einfachsten automatisiert durch ein
Programm aus dem Datenblatt, oder sonstigen Daten des Herstellers des
Mikrocontrollers generiert.
Oft beansprucht der Hersteller des Mikrocontrollers ein Urherberrecht an
dem Header.

Gibt es ein Urherberrecht an eine solchen Datei? Wenn ja, bei wem liegt es?

Die Frage wurde schon auf debian-legal diskutiert
(https://lists.debian.org/debian-legal/2018/01/msg00000.html).
Allerdings gehe ich davon aus, das die Diskussion eher die Situation im
amerikanischen Raum widerspiegelt. Wie sieht es in Deutschland aus?

Philipp
Hans-Peter Diettrich
2018-02-08 11:57:34 UTC
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Raw Message
Post by Philipp Klaus Krause
Guten Morgen,
Microcontroller haben meist viele I/O-Register, diese sind üblicherweise
im Datenblatt mit Kurznamen und (Speicher-)Adressen aufgelistet. Zur
Programmierung des Mikrocontrollers in C verwendet der Programierer
üblicherweise einen Header, in dem diese deklariert werden, also eine
Datei, die hunderte Zeilen der Art
#define UART1_SR (*(volatile uint8_t *)0x5230)
#define UART1_DR (*(volatile uint8_t *)0x5231)
#define UART1_BRR1 (*(volatile uint8_t *)0x5232)
#define UART1_BRR2 (*(volatile uint8_t *)0x5233)
enthält. Ein solcher Header wird am einfachsten automatisiert durch ein
Programm aus dem Datenblatt, oder sonstigen Daten des Herstellers des
Mikrocontrollers generiert.
Oft beansprucht der Hersteller des Mikrocontrollers ein Urherberrecht an
dem Header.
Gibt es ein Urherberrecht an eine solchen Datei? Wenn ja, bei wem liegt es?
Die Frage wurde schon auf debian-legal diskutiert
(https://lists.debian.org/debian-legal/2018/01/msg00000.html).
Allerdings gehe ich davon aus, das die Diskussion eher die Situation im
amerikanischen Raum widerspiegelt. Wie sieht es in Deutschland aus?
Namen und Adressen unterliegen keinem Schutz, sie können beliebig
verwendet werden. Urheberrechtlichen Schutz genießt z.B. ein Datenblatt,
nicht aber die daraus entnommenen (abgeschriebenen...) technischen
Angaben. Eine Header-Datei kommt aber kaum alleine, sondern meist im
Rahmen von weiterem Entwickler-Support. Und da sollte auch ein Hinweis
dabei sein, wie die bereitgestellten Dateien verwendet werden dürfen.

Notfalls hilft die Erstellung einer eigenen Header-Datei, in welche die
wesentlichen Angaben aus dem Datenblatt übernommen werden.

DoDi
Ulrich Maier
2018-02-08 21:06:38 UTC
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Raw Message
Post by Hans-Peter Diettrich
verwendet werden. Urheberrechtlichen Schutz genießt z.B. ein Datenblatt,
nicht aber die daraus entnommenen (abgeschriebenen...) technischen
Angaben.
Ganz andere Spielwiese. Ein Datenblatt ist keine Software und deswegen
auch nicht - wenn überhaupt - nach §§ 69a ff. UrhG geschützt.

U.

Ulrich Maier
2018-02-08 21:04:51 UTC
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Post by Philipp Klaus Krause
Guten Morgen,
Microcontroller haben meist viele I/O-Register, diese sind üblicherweise
im Datenblatt mit Kurznamen und (Speicher-)Adressen aufgelistet. Zur
Programmierung des Mikrocontrollers in C verwendet der Programierer
üblicherweise einen Header, in dem diese deklariert werden, also eine
Datei, die hunderte Zeilen der Art
#define UART1_SR (*(volatile uint8_t *)0x5230)
#define UART1_DR (*(volatile uint8_t *)0x5231)
#define UART1_BRR1 (*(volatile uint8_t *)0x5232)
#define UART1_BRR2 (*(volatile uint8_t *)0x5233)
enthält. Ein solcher Header wird am einfachsten automatisiert durch ein
Programm aus dem Datenblatt, oder sonstigen Daten des Herstellers des
Mikrocontrollers generiert.
Oft beansprucht der Hersteller des Mikrocontrollers ein Urherberrecht an
dem Header.
Gibt es ein Urherberrecht an eine solchen Datei? Wenn ja, bei wem liegt es?
Das Urberrecht an Software richtet sich in Deutschland nach §§ 69a ff UrhG.

Wichtig für Deine Frage sind §69c und §69d (und ggf. §69e) UrhG:

In 69c wird aufgelistet, was geschützt ist, und in 69d (und 69e), was
der rechtmäßige Besitzer auf jeden Fall tun darf, ohne dazu den
Rechtsinhaber fragen zu müssen.

Ob das Programm in einer Datei oder auf verschiedene Dateien verteilt
vorliegt, spielt zunächst einmal keine Rolle.

Ich würde erwarten, dass das eigentliche Problem die Verwendung des
übrigen Programmcodes ist, nicht das Header-File allein. Du müsstest
genauer beschreiben, welche Rolle das Header-File spielt, was genau es
beschreibt und wie verwendet wird.

Ulrich
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