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RFC: Shootingvertrag
(zu alt für eine Antwort)
Tim Ritberg
2014-08-03 20:40:38 UTC
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Hallo!

Ich möchte hier mal was zur Diskussion stellen.
Mein eigene Meinung habe ich schon dazu, ich will aber mal schauen, was
ihr davon denkt.

Gegeben ist dieser Shootingvertrag:

http://www.symphonys-galerie.de/Modelvertrag.pdf

Wie sieht es da mit der Rechtssicherheit aus?

Tim
Florian Weimer
2014-08-05 05:14:35 UTC
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Post by Tim Ritberg
Wie sieht es da mit der Rechtssicherheit aus?
Nicht gegeben? "Eigenwerbung" ist nicht "unkommerziell", die Nutzung
in "Datenbanken" "von Model-Agenturen" ist kein "privater Zweck",
"Art. 24 §1 URG" ist nicht "deutsches Recht". Und so weiter.
Tim Ritberg
2014-08-05 06:37:13 UTC
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Post by Florian Weimer
Post by Tim Ritberg
Wie sieht es da mit der Rechtssicherheit aus?
Nicht gegeben? "Eigenwerbung" ist nicht "unkommerziell", die Nutzung
in "Datenbanken" "von Model-Agenturen" ist kein "privater Zweck",
"Art. 24 §1 URG" ist nicht "deutsches Recht". Und so weiter.
Ja, die Nennung der Gesetze ist der Hammer.
Damit dürfte doch der ganze jeweilige Absatz ungültig sein oder?

Tim
Florian Weimer
2014-08-05 20:08:38 UTC
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Raw Message
Post by Tim Ritberg
Post by Florian Weimer
Post by Tim Ritberg
Wie sieht es da mit der Rechtssicherheit aus?
Nicht gegeben? "Eigenwerbung" ist nicht "unkommerziell", die Nutzung
in "Datenbanken" "von Model-Agenturen" ist kein "privater Zweck",
"Art. 24 §1 URG" ist nicht "deutsches Recht". Und so weiter.
Ja, die Nennung der Gesetze ist der Hammer.
Damit dürfte doch der ganze jeweilige Absatz ungültig sein oder?
Solange sich die Parteien einig sind, spielt das keine Rolle. Wenn
nicht, dann wird das Gericht anhand des Vertrages und der Vorträge der
Parteien versuchen zu ermitteln, was genau vereinbart wurde. Was diese
Aneinanderreihung von Worten im Einzelfall bedeutet, hängt also stark
davon ab, was genau strittig ist.

Ich fürchte, daß solche Verträge eher der Regelfall sind als die
Ausnahme. Immerhin gibt es hier einen schriftlichen Vertragd.
Tim Ritberg
2014-08-06 17:30:54 UTC
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Raw Message
Post by Florian Weimer
Solange sich die Parteien einig sind, spielt das keine Rolle. Wenn
nicht, dann wird das Gericht anhand des Vertrages und der Vorträge der
Parteien versuchen zu ermitteln, was genau vereinbart wurde. Was diese
Aneinanderreihung von Worten im Einzelfall bedeutet, hängt also stark
davon ab, was genau strittig ist.
Z.B. der Paragraf mit den Nutzungsrechten.
Der Absatz ist doch so vergurkt, dass er nichtig sein müsste.
Der Fotograf kann, weil er Urheber ist, die Fotos weiterverwenden.
Nach § 22 KUG hat er ja auch die Veröffentlichungsrechte, da das Model
die Bilder als Entlohnung bekommen hat. Das Model kann dann nur die
Bilder bei sich an die Wand hängen.

Mit diesem Vertrag hat sich das Model doch super selbst ins Knie geschossen.
Post by Florian Weimer
Ich fürchte, daß solche Verträge eher der Regelfall sind als die
Ausnahme. Immerhin gibt es hier einen schriftlichen Vertragd.
Ja, die Vorlage scheint Wikipedia gewesen zu sein.
Dort kam auch jemand auf die Idee, dass das UrhG in Artikel aufgeteilt
ist *fg

Tim
Lars Gebauer
2014-08-07 19:10:05 UTC
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Post by Tim Ritberg
Mit diesem Vertrag hat sich das Model doch super selbst ins Knie geschossen.
Passagen aus strittigen Formularverträgen werden vor Gericht sehr gerne
zu Ungunsten des Verwender interpretiert. (Wg. AGB-Gesetz.)
Tim Ritberg
2014-08-07 19:42:57 UTC
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Post by Lars Gebauer
Post by Tim Ritberg
Mit diesem Vertrag hat sich das Model doch super selbst ins Knie geschossen.
Passagen aus strittigen Formularverträgen werden vor Gericht sehr gerne
zu Ungunsten des Verwender interpretiert. (Wg. AGB-Gesetz.)
Was meinst du genau damit? Wer ist denn der "Verwender"? Das sind doch
beide Parteien?!

Tim
Lars Gebauer
2014-08-07 19:47:45 UTC
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Raw Message
Post by Tim Ritberg
Post by Lars Gebauer
Post by Tim Ritberg
Mit diesem Vertrag hat sich das Model doch super selbst ins Knie geschossen.
Passagen aus strittigen Formularverträgen werden vor Gericht sehr gerne
zu Ungunsten des Verwender interpretiert. (Wg. AGB-Gesetz.)
Was meinst du genau damit? Wer ist denn der "Verwender"? Das sind doch
beide Parteien?!
Nein. Der-/Diejenige, der/die den Vertrag formuliert und vorlegt ist der
Verwender.
Tim Ritberg
2014-08-07 20:14:08 UTC
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Post by Lars Gebauer
Nein. Der-/Diejenige, der/die den Vertrag formuliert und vorlegt ist der
Verwender.
Ja ok, sowas hörte ich auch mal, mit dem Spruch: "Weniger ist mehr".

Tim
Lars Gebauer
2014-08-07 20:56:25 UTC
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Post by Tim Ritberg
Post by Lars Gebauer
Nein. Der-/Diejenige, der/die den Vertrag formuliert und vorlegt ist der
Verwender.
Ja ok, sowas hörte ich auch mal, mit dem Spruch: "Weniger ist mehr".
Was hat das damit zu tun?

Pro-Tip: Wenn Du wen mit einem Vertrag über den Tisch ziehen willst,
dann erstelle den Vertrag handschriftlich. Das macht den Angriff auf den
Vertrag deutlich schwieriger.
Tim Ritberg
2014-08-07 21:28:55 UTC
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Post by Lars Gebauer
Post by Tim Ritberg
Ja ok, sowas hörte ich auch mal, mit dem Spruch: "Weniger ist mehr".
Was hat das damit zu tun?
Es alles verkompliziert. Vor allem die verunglücken "Gesetzesnennungen"
Post by Lars Gebauer
Pro-Tip: Wenn Du wen mit einem Vertrag über den Tisch ziehen willst,
dann erstelle den Vertrag handschriftlich. Das macht den Angriff auf den
Vertrag deutlich schwieriger.
Hier geht es eigentlich nur um den TFP-Vertrag.

Tim
Lars Gebauer
2014-08-07 21:39:13 UTC
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Raw Message
Post by Tim Ritberg
Post by Lars Gebauer
Post by Tim Ritberg
Ja ok, sowas hörte ich auch mal, mit dem Spruch: "Weniger ist mehr".
Was hat das damit zu tun?
Es alles verkompliziert. Vor allem die verunglücken "Gesetzesnennungen"
Im Zweifel erfolgt eine Entscheidung auf Basis des BGB.
Post by Tim Ritberg
Post by Lars Gebauer
Pro-Tip: Wenn Du wen mit einem Vertrag über den Tisch ziehen willst,
dann erstelle den Vertrag handschriftlich. Das macht den Angriff auf den
Vertrag deutlich schwieriger.
Hier geht es eigentlich nur um den TFP-Vertrag.
Und Du meinst, das wäre kein Vertrag?
Tim Ritberg
2014-08-08 06:38:22 UTC
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Raw Message
Post by Lars Gebauer
Im Zweifel erfolgt eine Entscheidung auf Basis des BGB.
Ja schrieb ich schon vor deiner 1. Antwort.
Post by Lars Gebauer
Und Du meinst, das wäre kein Vertrag?
Doch, nur eben fehlerhaft.

Tim
Florian Weimer
2014-08-08 06:59:08 UTC
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Raw Message
Post by Tim Ritberg
Post by Florian Weimer
Solange sich die Parteien einig sind, spielt das keine Rolle. Wenn
nicht, dann wird das Gericht anhand des Vertrages und der Vorträge der
Parteien versuchen zu ermitteln, was genau vereinbart wurde. Was diese
Aneinanderreihung von Worten im Einzelfall bedeutet, hängt also stark
davon ab, was genau strittig ist.
Z.B. der Paragraf mit den Nutzungsrechten.
Der Absatz ist doch so vergurkt, dass er nichtig sein müsste.
Unwahrscheinlich.
Post by Tim Ritberg
Der Fotograf kann, weil er Urheber ist, die Fotos weiterverwenden.
Nach § 22 KUG hat er ja auch die Veröffentlichungsrechte, da das Model
die Bilder als Entlohnung bekommen hat.
Es wurde aber vereinbart, daß der Fotograf die Aufnahmen nur
eingeschränkt gewerblich nutzen darf. Insofern greift dieser Teil von
§22 KUG nicht, und der Fotograf hält nicht unbeschränkte Rechte.
Tim Ritberg
2014-08-08 07:17:24 UTC
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Raw Message
Post by Florian Weimer
...
Es wurde aber vereinbart, daß der Fotograf die Aufnahmen nur
eingeschränkt gewerblich nutzen darf. Insofern greift dieser Teil von
§22 KUG nicht, und der Fotograf hält nicht unbeschränkte Rechte.
Wohl doch aber das Recht auf Nutzung. Wodurch das Shooting auch einen
Sinn ergibt.

Tim
Tim Ritberg
2014-08-05 07:33:43 UTC
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Raw Message
Post by Tim Ritberg
Hallo!
Ich möchte hier mal was zur Diskussion stellen.
Mein eigene Meinung habe ich schon dazu, ich will aber mal schauen, was
ihr davon denkt.
Modelvertrag

§ 1 Vertragsparteien
[Fotograf]
[Model]

§ 2 Gegenstand des Vertrages
Dieser Vertrag gilt für ein unkommerzielles Fotoshooting am ______ um
____ Uhr in______________.
Durch diesen Vertrag kommt kein Arbeitsverhältnis zustande, die Anreise
zum Shooting erfolgt in Eigenverantwortung und auf
eigene Gefahr.
Eine einzelne Vertrauensperson darf mitgebracht werden.

§ 3 Nutzung der Fotografien / des Aufnahmematerials
Die Rechte der erstellten Bilder liegen zu gleichen Teilen bei Fotograf
und Model.
Das Model erklärt sich hiermit unwiderruflich mit der uneingeschränkten,
zeitlich und örtlich unbegrenzten Veröffentlichung der angefertigten
Fotoaufnahmen auf Datenträger, Printmedien wie Bücher und sonstige
Speichermedien, sowie Internet-Auftritten
des Fotografen einverstanden, ausgenommen hiervon ist die kommerzielle
Nutzung. Bei Veröffentlichungen wird jedoch durch
den Fotografen darauf geachtet, dass das Ansehen des Models keinen
Schaden erlangt.
Eine Veröffentlichung in pornographischen oder ähnlichen unseriösen
Medien ist vollkommen ausgeschlossen.
Beide Vertragsparteien sind berechtigt, die produzierten Fotos ohne
zeitliche, örtliche und inhaltliche Einschränkung in veränderter und
unveränderter Form auf jeder Art von Speichermedien sowie als Print
aufzubewahren.(Art. 24 §1 URG)
Der Name des Models darf bei Veröffentlichungen durch den Fotografen
nicht genannt werden, es darf nur der Künstlername _______________
benutzt werden.

§ 4 Nutzungsrechte für das Model
Das Model ist berechtigt, die angefertigten Aufnahmen ohne zeitliche,
örtliche und inhaltliche Einschränkung in veränderter und
unveränderter Form für private Zwecke zu verwenden (Art. 19 URG) sowie
für Eigenwerbung, sprich nichtkommerzielle Zwecke
in veränderter Form als Print oder in digitaler Form in jeglichen
Medien, z.B. Bewerbungen, Erstellen einer Model-Mappe, die
eigene Homepage, Sedcards etc. aber auch auf bzw. in Internet-Seiten,
Datenbanken oder Katalogen von Model-Agenturen
oder sonstigen Dritten. Der Fotograf ist gemäß Urheberrecht als Autor
der Bilder zu nennen. Darüber hinaus ist ein Verkauf der Bildrechte an
Dritte, insbesondere für kommerzielle Zwecke ausgeschlossen.

§ 5 Bildbearbeitung
Die aufgenommen Bilder dürfen in diversen Formen nach Urheberrecht vom
Fotografen bearbeitet werden, sofern er keine pornographischen
Bildelemente hinzufügt, anzügliche Bildthemen verwendet oder das
generelle Aussehen des Models verändert (z.B. Sommersprossen, Muttermale
und Figur). Zudem erklärt sich der Fotograf mit der Bearbeitung der
Bilder durch das Model unter der Bedingung einverstanden, dass bei der
Urhebernennung zu einer Veröffentlichung der Fotograf und der(die)
Bildbearbeiter(in) getrennt aufgeführt werden.

§ 6 Sonstige Abreden / Honorar
Dieser Vertrag unterliegt deutschem Recht. Das Model erhält innerhalb
von 4 Wochen alle während des Shooting entstandenen
Bilder in digitaler Form und höchster Auflösung. Hierzu gehören
ebenfalls Bilder, die während des Shootings von Dritten
angefertigt wurden. Der Fotograf stellt zudem mindestens 10 aufbereitete
Bilder dem Model in voller Auflösung zur Verfügung.
Damit ist das Honorar des Models vollständig abgegolten. Mündliche
Nebenabreden sind nicht getroffen. Vertragsänderungen
bedürfen der Schriftform. Nachträgliche Einschränkungen der Bildrechte
beiderseits sind schadensersatzpflichtig.

§ 7 Salvatorische Klausel
Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrages unwirksam oder
undurchführbar sein oder nach Vertragsschluss unwirksam
oder undurchführbar werden, so wird dadurch die Wirksamkeit des
Vertrages im Übrigen nicht berührt.

[Unterschriften]
Christoph Kämper
2014-08-09 20:05:14 UTC
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Raw Message
Post by Tim Ritberg
§ 6 Sonstige Abreden / Honorar
Dieser Vertrag unterliegt deutschem Recht. Das Model erhält innerhalb
von 4 Wochen alle während des Shooting entstandenen
Bilder in digitaler Form und höchster Auflösung. Hierzu gehören
ebenfalls Bilder, die während des Shootings von Dritten
angefertigt wurden. Der Fotograf stellt zudem mindestens 10 aufbereitete
Die Fotos der Dritten zu beschaffen önnte spannend werden:-)

Christoph
Tim Ritberg
2014-08-09 20:27:56 UTC
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Raw Message
Post by Christoph Kämper
Die Fotos der Dritten zu beschaffen önnte spannend werden:-)
Hatte ich auch gesehen. ;-)

Tim
Bernhard Muenzer
2014-08-10 11:46:30 UTC
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Raw Message
Post by Tim Ritberg
§ 3 Nutzung der Fotografien / des Aufnahmematerials
Die Rechte der erstellten Bilder liegen zu gleichen Teilen bei Fotograf
und Model.
Das ist natürlich Unsinn; aber weiter unten steht genauer, was gemeint ist.
Post by Tim Ritberg
(Art. 24 §1 URG)
Der Verweis ist nicht korrekt; ist aber egal; das UrhG gilt auch ohne Verweis.
Post by Tim Ritberg
sowie für Eigenwerbung, sprich nichtkommerzielle Zwecke
Eigenwerbung eines Models ist üblicherweise durchaus kommerziell.
Post by Tim Ritberg
in veränderter Form als Print oder in digitaler Form in jeglichen
Medien, z.B. Bewerbungen, Erstellen einer Model-Mappe, die
eigene Homepage, Sedcards etc. aber auch auf bzw. in Internet-Seiten,
Datenbanken oder Katalogen von Model-Agenturen
oder sonstigen Dritten.
Das würde mann im allgemeinen durchaus als kommerzielle Zwecke
bezeichnen. Da sich aber die Vertragsparteien eindeutig darauf geeinigt
haben, die Aufnahmen für diese Zwecke freizugeben, ist das "sprich
nichtkommerzielle Zwecke" eine unschädliche Falschbezeichnung.

Bei Verwendungen die über diese explizite Aufzählung hinausgehen, sähe
es aber anders aus, selbst wenn man sie ggf. als "Eigenwerbunb"
bezeichnen könnte. Insbesodere die schwammige Bezeichnung "in
Internetseiten" dürfte sich nur auf Internetseiten beziehen, die
lediglich der Anbahnung von Modelverträgen für dieses Model dienen.
Post by Tim Ritberg
Darüber hinaus ist ein Verkauf der Bildrechte an
Dritte, insbesondere für kommerzielle Zwecke ausgeschlossen.
Das dürfte spannend werden, wenn die Model-Agenturen oder "sonstige
Dritte" weitergehende Nutzungen der Bilder beanspruchen.

Der Vertrag ist nicht widerspruchsfrei, aber der Wille beider Parteien,
die Verwendung der Bilder für Sedcards und was sonst noch typischerweise
notwendig ist, um Auftraggeber für Modelarbeit zu bekommen, zu
ermöglichen ist klar ersichtlich.
--
#!/usr/bin/perl -- -* Nie wieder Nachtschicht! *- -- lrep\nib\rsu\!#
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